Hautanalyse

Hautanalyse

Die Messung

Messparameter Sebum

Bestimmung des oberflächlichen Hautfetts. Es handelt sich um eine einfache, direkte Messung der Talgsekretion auf Haut, Haar und Kopfhaut. Die Messung erfolgt im unbehandelten Zustand. Erhebt man die Daten nach einer Behandlung, kann man die Auswahl der eingesetzten Produkte überprüfen.

Messparameter Hautfeuchte

Bestimmung der Hautfeuchte. Ein ausreichender Feuchtigkeitsgehalt der Haut ist essentiell für eine gut funktionierende Hautbarriere. Denn nur ein intakter NMF (Natural Moisturizing Factor), sorgt dafür, dass von außen eindringende Radikale wie Stickoxide abgefangen werden und die Haut somit vor vorzeitiger Hautalterung geschützt wird. Der Feuchtigkeitsgehalt ist daher der wichtigste Parameter in der Hautdiagnose, den man mit dem Corneometer erfasst.

Messparameter Hautelastizität

Bestimmung der Elastizität der Haut. Mittels einer aufgesetzten Sonde wird auf der Haut ein kurzzeitiger Unterdruck erzeugt. Die Haut wird angehoben, gedehnt und wieder losgelassen. Diese Auslenkungen werden optisch erfasst und ausgewertet.

Information

Die Haut ist ein kompliziertes und äußerst effektives Organ, das unseren Körper schützt und ihm seine Attraktivität verleiht. Sie ist zugleich Barriere und Zwischenstation für aus- und eingehende Stoffe. Gemeinhin wird ihr weniger zugetraut als sie wirklich leisten kann. Wenn aber ihre Funktionen gestört sind, wird es unangenehm.

In unserer Kultur hat es sich eingebürgert, Kleinkinder schon kurz nach der Geburt täglich mehrfach zu waschen und einzucremen. Durch ein Zuviel des Guten wird allerdings oft das Gegenteil dessen erreicht, was beabsichtigt ist: Die Haut kann sich nicht zu einer gesunden, widerstandsfähigen Haut mit gut funktionierendem Immunsystem entwickeln. Infolgedessen steigt die Zahl der Menschen mit Barrierestörungen. Die gesunde Haut ist ein dynamisches System, das sich flexibel auf die wechselnden Bedingungen der Außenwelt einstellt:

  • Anpassung des Wärmeverlustes an die Außentemperatur
  • Regulierung der Wasserabgabe in Abhängigkeit von Temperatur und Luftfeuchte - unter "Normalbedingungen" zwischen 0,5 und 1 Liter pro Tag
  • Ausscheidung von Salzen (über die Schweißdrüsen) und Fettstoffen (Sebum, "Lipidmantel der Haut")
  • Barriere gegen Fremdstoffe und Mikroorganismen inkl. Aufrechterhaltung des pH der Hautoberfläche ("Säuremantel der Haut")
  • Aufbau des Schutzes gegen UV-Licht-Belastung
  • Widerstand gegen mechanische Belastungen
  • Schmerz-, Temperatur- und Tastreize werden durch Nerven weitergeleitet


Vielfach ist auch von Hautatmung die Rede. In der Tat wird Kohlendioxid ausgeschieden, im Vergleich zur Lunge liegt der Anteil aber weit unter 1%. Eine Sauerstoffaufnahme findet praktisch nicht statt. Vielmehr wird mit Hautatmung hauptsächlich die ungehinderte Wasserdampfabgabe assoziiert.


Die Multifunktionalität der Haut bedingt eine komplexe Struktur, die sich schichtförmig aus Unterhaut (Subcutis), Lederhaut (Dermis) und Oberhaut (Epidermis) zusammensetzt.

Die Unterhaut besteht aus lockerem, fettreichem Bindegewebe, das von größeren Blutgefäßen und Nervenbahnen durchzogen wird. Hauptaufgaben sind Stoßdämpfung und Wärmeisolierung des Körpers. Die Unterhaut ermöglicht auch die horizontale Verschiebung der Haut - eine wichtige Funktion bei der Bewegung der Gelenke.
Im unteren Bereich der Lederhaut befinden sich die Talg- und Schweißdrüsen mit ihren nach außen führenden Kanälen. Die Lederhaut zeichnet sich durch zahlreiche kleine Blutkapillaren aus, die Nährstoffe und Wärme transportieren. Bindegewebsfasern gewährleisten hohe Elastizität und Zugfestigkeit.
Die Oberhaut ist weniger elastisch als die Lederhaut. Sie besteht aus einer sich kontinuierlich erneuernden Deckschicht, die sich wiederum in einzelne funktionelle Bereiche unterteilt. Die Epidermis enthält keine Blutgefäße, jedoch Lymphflüssigkeit, die bis an das Stratum lucidum heranreicht. Abschürfungen, die auf die Epidermis beschränkt sind, können daher nässen ohne zu bluten. Einzelne Nerven enden in der Epidermis. Oberhaut und Lederhaut sind zapfenartig (Papillen) miteinander verbunden; die papillaren Strukturen werden nach außen sichtbar, wenn sie sich in Reihen anordnen. Diese als Leistenhaut bezeichneten Linien beispielsweise an Fingern und Füßen bestimmen den individuellen Fingerabdruck.